5G – Was jetzt versteigert wird, hat „sehr kurze Reichweiten“

Die im Frühjahr 2019 anstehende 5G-Frequenzauktion "ist nicht das Endspiel, sondern wir befinden uns in einem Prozess", sagte Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, am 29. November 2018 auf der Breko-Jahrestagung (Bundesverband Breitbandkommunikation) in Berlin. "Was jetzt versteigert wird, hat sehr kurze Reichweiten", betonte Homann in Bezug auf die anstehende Versteigerung im Bereich 3,5 GHz. Weitere Vergaben würden folgen. 

Die Diskussion über Flächendeckung war nach den Worten von Homann "physikalisch fehlgeleitet. Die Reichweite liegt bei ein paar Hundert Metern, vielleicht bei einem Kilometer". Flächendeckung würde hier sehr viele neue Funkstationen im hohen Hunderttausender Bereich erfordern, und das für jeden Netzbetreiber, sagte Homann. 

Mit der digitalen Dividende II wurden im Jahr 2015 die 700-Frequenzen vergeben. "Doch diese werden bis heute kaum genutzt. Das liegt daran, dass die Länder wollten, dass die Bereiche nach und nach freigeräumt werden", erklärte Homann. Doch auch andere Frequenzen eigneten sich für 5G. "Und natürlich erreichen wir nicht alle weißen Flecken", fügte Homann hinzu. 

Homann wirkte gereizt 

Die Diskussion der vergangenen Wochen ist an Homann nicht spurlos vorübergegangen. Er betonte zwar immer wieder, man sei an Kritik gewöhnt, sagte aber auch zum wiederholten Mal, dass die Kritiker pauschal "Verständnisprobleme" hätten und Debatten auf einer "Sachgrundlage erfolgen" sollten. 

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) betonte in seiner Eröffnungsrede: "Die Frequenzauktion ist nicht der Abschluss des 5G-Ausbaus. Um wirkliche Abdeckung zu erreichen, müssen weitere Schritte folgen." Dennoch bleibe das Schließen von Funklöchern die Hauptaufgabe. 5G müsse so schnell wie möglich Flächendeckung erreichen und es müsse so schnell wie möglich ausgerollt werden. Die nächste Frequenzversteigerung erfolge im Jahr 2023. Die Anwesenden sollten "schon mal Geld bereithalten".